Die Turnhalle Schneeberg könnte man ebenso gut als Turn-, Sport-, Fest- und Kulturhalle bezeichnen. Hinweis: Auf gut schneebergerisch spricht man nur von der "Dornhalle", was aber nichts mit dem früheren Schneeberger Pfarrer Erich Dorn (1978-2010) zu tun hat! Seit ihrer Erbauung ist sie weit mehr als eine reine Sportstätte und gehört heute ganz selbstverständlich zum Ortsbild. Im Besitz des Turnvereins Schneeberg, hat sie über Jahrzehnte das Vereinsleben, den Schulsport und zahlreiche Veranstaltungen geprägt.

Der Wunsch nach einer eigenen Turnhalle wurde 1959 erstmals öffentlich ausgesprochen. Beim Werbeturnfest anlässlich des 35-jährigen Bestehens des TV Schneeberg kam erstmals der Wunsch nach einer zeitgemäßen und ausreichend großen Halle auf. Zwei Jahre später zeigte sich beim Frühjahrsturnfest des Main-Spessart-Gaues in Schneeberg, wie viel Zusammenhalt und Potenzial im Verein steckte. Nach zahlreichen Beratungen und Gesprächen lag Ende 1963 der genehmigte Bauplan vor. Verein und Gemeinde arbeiteten ab sofort Hand in Hand: Der TV brauchte finanzielle Unterstützung, die Gemeinde eine Halle für ihre Schule. Bereits im April 1964 begannen die Bauarbeiten. Viele Mitglieder halfen freiwillig mit, die "Turnverein-Legende" Franz Kuhn war die treibende Kraft am Bauplatz. Am 6. November 1965 wurde die Halle feierlich eingeweiht.


Heimatarchiv Schneeberg
Foto der Bauarbeiten aus dem jahr 1964
Heimatarchiv Schneeberg
Die Bauarbeiten wurden 1965 fertiggestellt

Schon bald entwickelte sich das Gebäude zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Neben den Turnstunden und dem Schulsport fanden hier Bürgerversammlungen, Faschingsbälle, Theaterabende und kulturelle Veranstaltungen statt. Auch die äußerst rege Tischtennisabteilung und das Gymnastikangebot für Jung und Alt fanden in der Halle ihre Heimat. Der Schulsport endete erst Anfang der 2000er-Jahre, als die letzten Schulklassen auch nach Amorbach verlegt wurde.

Die intensive Nutzung hinterließ ihre Spuren. Bereits nach rund zwölf Jahren war eine umfassende Renovierung notwendig, bei der unter anderem Umkleiden, Duschen, Heizung und Hausmeisterwohnung verbessert wurden. Eine Erweiterung an der Ostseite wurde schon früh angestrebt. Nach langwierigen Grundstücksverhandlungen begannen 1986 die Bauarbeiten; 1988 konnte der Anbau eingeweiht werden. Er schuf Platz für Sportgeräte und Wirtschaftsräume und erleichterte damit auch die Nutzung bei Festen und Veranstaltungen.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Turnhalle immer wieder erneuert. Hallendach, Boden, Duschen, Toiletten und Elektrik wurden saniert. Im Jahr 2005 erhielt der Hallenboden nach dem Abschleifen eine neue Versiegelung. Gleichzeitig wurden neuer Putz und ein frischer Anstrich aufgebracht, die Bühnen- und Fenstervorhänge erneuert sowie die Außentreppe instand gesetzt. Im Jahr 2009 folgte die Neugestaltung der Damen- und Herrentoiletten. 2019 kam eine neue Heizung hinzu. Zuletzt erhielt 2024 das Nebenzimmer eine neue Decke, Beleuchtung, einen frischen Anstrich und neue Gardinen.

Heute wird die Halle neben Gymnastik, Turnen und Tischtennis für Hochzeitsfeiern, Geburtstage, Theateraufführungen und weitere Veranstaltungen genutzt. Besonders in der „Faschelnachtszeit“ ist sie ein wichtiger Veranstaltungsort für den TV Schneeberg und vor allem für die FG Schneeberger Krabbe. So ist die Turnhalle bis heute ein Stück gelebte Dorfgeschichte – entstanden aus einer gemeinsamen Idee und erhalten durch stetige Arbeit und Verbundenheit mit dem Heimatort.


Eckdaten

Standort: Vereinsstraße 7
Koordinaten: 49.6394862, 9.2508105
Baujahr: 1965
Gebäudetyp/Nutzungsart: Mehrzweckhalle
Quadratmeter: - - -
Geschossanzahl: 2 Stockwerke
Bauweise: Massivbau
Dachform: Satteldach
Baukosten: - - -



Impressionen


  • Konzeption: Bernhard Pfeiffer
  • Quelle: Chronik „100 Jahre Vereinsgeschichte“ TV-Schneeberg
  • Foto: TV-Schneeberg, Gemeindearchiv Schneeberg, Bernhard Pfeiffer, Andreas Lenk
Die Turnhalle https://heimatarchiv-schneeberg.de/images/header/turnhalle.jpg#joomlaImage://local-images/header/turnhalle.jpg?width=2500&height=884 Super User