Schon in den 1930er-Jahren dachte Pfarrer Josef Brenneis daran, in Schneeberg einen Kindergarten einzurichten. 1938 erhielt er die Zusage für einen Bauplatz, doch kamen ihm die Nationalsozialisten zuvor. Der damalige Bürgermeister Otto Dumbacher erteilte ihnen zwar keine Baugenehmigung, doch mieteten sie 1944 einen Saal im Gasthaus „Zum Engel“, um einen ihnen genehmen Kindergarten einzurichten. Dessen Leitung übertrugen sie einer „linientreuen“ Kindergärtnerin, um die Kleinen so in ihrem Sinne beeinflussen zu können. Nach Beendigung des Krieges wurde dieser Kindergarten aufgelöst und Pfarrer Brenneis machte sich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Bauplatz.

Im Jahr 1951 fiel die Entscheidung für das Anwesen Hausnummer 14, die heutige Marktstraße 4. Das Wohnhaus der Familie Kuhn wurde abgebrochen, und an seiner Stelle entstand in den Jahren 1952/53 das neue Kindergartengebäude. Architekt Ruthard Schwab aus Amorbach fertigte die Pläne an und übernahm die Bauleitung. Bereits nach vier bis fünf Monaten war der Rohbau fertig. Am 17. April 1952 wurde das Richtfest gefeiert. Handwerker aus Schneeberg und der Umgebung wirkten am Bau mit. Auch das äußere Erscheinungsbild war den Verantwortlichen wichtig: Die Inschriften „Kindergarten“, „Zum Wohle der Jugend“ und „1952/53“ hielten den Zweck und die Entstehungszeit des Hauses fest.


Heimatarchiv Schneeberg
Eine alte Aufname vom Kindergarten
Heimatarchiv Schneeberg
Der Kindergarten nach der Sanierung

Zunächst betreuten Ordensschwestern die Kinder. Als sie 1971 Schneeberg verließen, stand die Weiterführung des Kindergartens auf der Kippe. Schließlich übernahm die Marktgemeinde die Verantwortung, und bereits am 1. Oktober 1971 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Mit steigenden Anforderungen und wachsenden Kinderzahlen wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert. Zwischen 1976 und 1978 erfolgte ein umfangreicher Umbau. 1980 entstand ein Turnraum, 1982 wurde die Außenfassade renoviert. Nachdem die vorhandenen Plätze nicht mehr ausreichten, wurde das Haus 1986 für drei Gruppen umgebaut. In den folgenden Jahren erneuerte man unter anderem Fenster, Wasch- und WC-Räume, Garderoben und weitere Innenbereiche. Auch die Dachwohnung erhielt 2000/2001 eine neue Nutzung. Bei ihrer Renovierung leisteten Elternbeirat und Kindergarteneltern rund 400 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Einen weiteren wichtigen Schritt bedeutete das Jahr 2011: Mit einer umfassenden Sanierung und Erweiterung wurde der Kindergarten Regenbogen an die neuen Anforderungen angepasst. Das traditionsreiche Gebäude, welches vorab durch Kauf von der Kirchengemeinde an die politische Gemeinde überging, blieb damit ein wichtiger Ort für die Betreuung und Entwicklung der jüngsten Schneeberger.

  • Konzeption: Bernhard Pfeiffer
  • Quelle: Monika Blättner, Heimatbuch „750 Jahre Schneeberg, “50 Jahre Kindergarten Schneeberg” aus dem Jahr 2003
  • Foto: Gemeindearchiv Schneeberg, Bernhard Pfeiffer
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